20.06.2020 / Initiativen und Referenden / Werte /

erneuerbarAR – die Initiative zum Ausbau der erneuerbaren Energien

Mindestens 40 Prozent der im Kanton Appenzell Ausserrhoden verbrauchten elektrischen Energie soll bis 2035 aus erneuerbaren Energien auf dem Kantonsgebiet erzeugt werden. So lautet das Kernanliegen des breit abgestützten Initiativ-Komitees. Es möchte mit seinem Begehren im Sinne einer allgemeinen Anregung verbindliche Ziele im Energiegesetz verankern. Ihm geht es aber auch um Planungssicherheit für Investoren bei der Realisierung von entsprechenden Projekten.

Am Samstag, 20. Juni 2020 starteten die Initianten mit der Unterschriftensammlung zugunsten der Initiative zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Das zwölfköpfige Initiativ-Komitee setzt sich aus Kantonsräten der Parteien FDP, SP, CVP, der Gruppierung der Parteiunabhängigen (PU), jungen Erwachsenen der Klimagruppe AR sowie Mitgliedern des Vereins Appenzeller-Energie zusammen. Dominic Tobler, Mitglied der Klimagruppe, fasst das Ziel der Initiative kurz und bündig zusammen: «Klimaschutz heisst Energiewende. Genau hier setzt die Initiative erneuerbAR an».

Dem Initiativ-Komitee liegt nicht nur der Klimawandel, sondern auch die Versorgungssicherheit am Herzen. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, werden immer mehr Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpenheizungen ersetzt, welche mit Strom betrieben werden. Im Individualverkehr ersetzen Elektro- oder Plugin-Hybrid-Fahrzeuge Benzin- und Dieselfahrzeuge. Das alles benötigt immer mehr elektrische Energie und macht die Schweiz je länger je mehr vom Ausland abhängig. Die Eidgenössische Elektrizitätskommission (ElCom) hat sich Anfang Juni zur Versorgungssicherheit in der Schweiz, insbesondere zur Stromproduktion im Winter und zur Importsituation geäussert. Die ElCom hat festgestellt, dass die Schweizer Infrastruktur beim Stromimport im Winter an ihre Grenzen stösst. Sie fordert dazu auf, die Produktion in der Schweiz vor allem im Winter auszubauen, um die Versorgung sicher zu stellen. Und das unterstützt das Anliegen des Initiativ-Komitees.

Die Sonnenenergie und die Windenergie ergänzen sich in dieser Hinsicht ideal. Während Solaranlagen im Sommerhalbjahr am meisten Energie liefern, ist es bei der Windenergie gerade umgekehrt. Deshalb engagiert sich Marcel Walker, FDP-Kantonsrat aus Stein im Initiativ-Komitee: «Versorgungssicherheit erhöhen ist nicht nur ein Gebot der Stunde. Elektrische Energie ist eine zentrale strategische Ressource. Wertschöpfung vor Ort und erhöhtes Mass an Autarkie ist im Interesse der Menschen und der Natur.»

Um weitere erneuerbare Energiequellen wie beispielsweise die Windenergie zu erschliessen, benötigen Investoren jedoch Planungssicherheit. Das kantonale Energiegesetz soll nach Überzeugung der Initianten günstige Bedingungen zur Realisierung von Projekten schaffen. «Das Klimaabkommen von Paris und die Energiestrategie 2050 des Bundes sollen keine leeren Floskeln bleiben. Appenzell Ausserrhoden braucht deshalb ein griffiges Energiegesetz mit klaren Vorgaben», fordert PU-Kantonsrätin Karin Steffen aus Reute. Und so äussert sich auch CVP-Kantonsrat Werner Rüegg aus Heiden:

«Um den Klimawandel abzuwenden oder mindestens zu mindern, braucht es JETZT echte Taten!».

Weitere Informationen, wie auch die Druckvorlage für den Unterschriftbogen sind unter www.erneuerb-ar.ch abrufbar.

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